Softdrinks und sogar Säfte haben aufgrund ihres hohen Zuckergehalts etwas an Beliebtheit verloren. Kokoswasser hingegen hat größtenteils Kontroversen vermieden, da es stark mit natürlichen und „gesunden“ Produkten assoziiert wird. Aber ist Kokoswasser wirklich so gut für uns, wie oft behauptet wird, oder ist es nur ein weiteres Produkt mit einem „Gesundheits‑Halo“?
Was ist Kokoswasser?
Kokoswasser wird hauptsächlich aus jungen, grünen Kokosnüssen gewonnen und umfasst etwa 200–300 ml Flüssigkeit pro Frucht. Es hat einen hohen Wasseranteil und enthält konzentrierte Mengen an Mineralien, insbesondere Kalium. Kokoswasser wird in westlichen Ländern zunehmend als natürliches Sportgetränk populär. Marken, die in Supermärkten angeboten werden, kosten etwa 3–6 Dollar pro Liter und sind damit etwas teurer als Softdrinks.
Warum gilt Kokoswasser als gesund?
Nährwertmäßig ist Kokoswasser relativ kalorien- und zuckerarm:
- Weniger als 60 Kalorien pro 250 ml
- 10 g natürlich vorkommender Zucker
Es enthält viel Kalium (über 500 mg pro 250 ml, fast 20 % der empfohlenen Tagesdosis) sowie Magnesium, Calcium und Natrium.
- Im Vergleich zu Softdrinks enthält Kokoswasser weniger als die Hälfte des Zuckers, und der Zucker ist natürlich.
- Sportgetränke können bis zu 60 g Zucker pro 600 ml enthalten.
- Der besonders hohe Kaliumgehalt von Kokoswasser wird mit einer optimierten Hydration in Verbindung gebracht.
- Anders als Kokosmilch, die viel gesättigtes Fett enthält und den Cholesterinspiegel beeinflussen kann, ist Kokoswasser fettfrei.
Was sagt die Forschung?
Viele berichten anekdotisch, dass Kokoswasser besonders hydratisierend wirkt. Studien zeigen jedoch nur begrenzte Unterstützung:
- Ein Versuch, veröffentlicht im Journal Sports, fand keinen signifikanten Unterschied in der Leistungszeit von Radfahrern beim Vergleich von Kokoswasser und kommerziellen Sportgetränken.
- Trotz häufiger Erwähnungen des Zusammenhangs zwischen Kokoswasser und Hydration gibt es keine starken Beweise, dass Kokoswasser besser als normales Wasser ist.
- Einige kleine Studien deuten darauf hin, dass Kokoswasser das Risiko für Nierensteine verringern könnte.
Ist nicht jedes Kokoswasser gleich?
- Einige Marken fügen Zucker hinzu, die meisten bestehen jedoch zu 100 % aus Kokoswasser.
- Der Zuckergehalt ist vergleichbar, sodass keine Marke deutlich überlegen ist.
Vergleich mit Fruchtsaft
- Fruchtsaft enthält etwa doppelt so viel Zucker wie Kokoswasser und insgesamt etwas weniger Kalium.
- 100 % reiner Fruchtsaft hat etwa 3–4 Mal so viel Vitamin C wie Kokoswasser.
- Zur Hydration ist Kokoswasser eine bessere Wahl als Fruchtsaft.
- Als süßes Getränk ist es kalorien- und zuckerärmer.
Vergleich mit Wasser
- Kokoswasser ist insgesamt nicht besser als Wasser.
- Der Zucker in Kokoswasser würde in der Ernährung als zusätzlicher Zucker gelten.
- Erwachsene sollten nicht mehr als 25 g zugesetzten Zucker pro Tag konsumieren; mit mindestens 10 g pro Portion liefert Kokoswasser einen signifikanten Anteil.
Wer sollte Kokoswasser trinken?
- Für schlanke, sehr aktive Menschen, die gelegentlich eine Alternative zu Wasser suchen, ist Kokoswasser in Maßen unbedenklich, z. B. einmal täglich oder in einem Smoothie/Proteinshake für etwas zusätzliche Kohlenhydrate und Süße.
- Im Endeffekt ist es teures Wasser mit etwas Zucker und Kalium.










